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Auszug aus einem Artikel in der Zeitschrift LA-Landschaftsarchitektur 3/2000 |
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Erfahrungen |
Planung |
Architektur |
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Zu den Erfahrungen gehörte zunächst ein Studium der Gartenbauwissenschaften. Das Wissen, welches dort vermittelt wird, reicht von der Botanik über die Pflanzenphysiologie bis zur Gewächshaustechnik. Grundlagen, die ich heute erst in ihrer Bedeutung richtig schätzen kann. Nicht nur die richtige Auswahl des Substrates, auch die Glasauswahl oder Fragen zur Zusatzbeleuchtung führen oft zurück zu den Studienunterlagen. Anbaufächer, wie Zierpflanzen- oder Obstbau, selbst Heil- und Gewürzpflanzenanbau waren alles Fächer in denen man Pflanzen und vor allem den Umgang mit ihnen studieren konnte. Und wenn ich heute in der Innenraumbegrünung Guaven oder Wollmispeln einsetze, dann sind mir diese Arten im Grunde schon aus dem Studium vertraut. Die Theorie alleine hilft nicht viel, ich konnte aber von einer jahrelangen Erfahrung, sowohl mit den Pflanzen als auch mit der praktischen Ausführung von Innenraumbegrünungen profitieren, die ich mir neben Studium und Promotion im elterlichen Betrieb angeeignet hatte. Die Zusammenarbeit mit Architekten und Landschaftsarchitekten, sowie Vegetationsökologen lernte ich während der Promotionszeit, während der ich am Lehrstuhl für Botanik als wissenschaftliche Assistentin angestellt war. Zu meinen Aufgaben gehörte das Abhalten von Vorlesungen und Seminaren und die Durchführung und Betreuung von Praktika und Exkursionen in den Fächern Freilandpflanzenkunde und Pflanzenverwendung für den Studiengang Landespflege. So gab sich eins zum anderen und irgendwann stand der Entschluss, mich mit einem Planungsbüro selbständig zu machen.
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Der Bereich der Planung ist sehr weit gefächert. Zunächst steht bereits in der Vorentwurfsphase der Kontakt zu allen Planungsbeteiligten an erster Stelle. Dazu gehören bei großen Objekten neben den Architekten, Bauherren, Investoren und Projektsteuerern meist zahlreiche Fachplaner, wie Fassadenplaner, HLS-Planer, Innenarchitekten und Bauphysiker. Nur gemeinsam kann für Mensch und Pflanze ein Raum geschaffen werden, der den Ansprüchen beider Seiten gerecht wird. Die Auswahl der Pflanzen, die Erstellung eines Pflanzplans erfolgt erst dann, wenn sämtliche Raumparameter durchgesprochen und festgelegt worden sind. Dabei werden sowohl die zukünftige Nutzung, mögliche Veränderungen durch den Nutzer, gestalterische Aspekte, Wegführungen, die Entwicklung der Pflanzen in Größe und Habitus und die Praktikabilität der Pflege berücksichtigt. Im Gespräch mit dem Bauherrn werden soviel Informationen wie möglich erfragt. Erst wenn alle Fragen geklärt und möglichst alle Eventualitäten berücksichtigt worden sind, geht man an die Auswahl der Pflanzen. Einfache Pflanzvorschläge "damit man sich mal etwas vorstellen kann" lehnen wir ab. Zu oft ändern sich die zu erwartenden Raumparameter in der Planungsphase, der Auftraggeber oder der Architekt hat dann aber schon ein Bild im Kopf, das er realisiert sehen möchte. Pflanzen sind aber nicht beliebig austauschbar. Für die ein oder andere Pflanze lässt sich sicher ein Pendant finden, aber der Austausch beispielsweise einer Mediterranpflanzung gegen eine tropische Begrünung kann das Bild doch erheblich ändern.
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Ein Knackpunkt bei der Innenraumbegrünung, vergleichbar mit der Dachbegrünung in ihrem Anfangsstadium, ist noch der Bekanntheitsgrad bei Hochbauarchitekten. Und der Anteil an Überzeugungsarbeit, den es zu leisten gilt, ist nicht gering. Leider haben ja nicht nur die positiven Begrünungsobjekte von sich reden gemacht. Oftmals ist der Bauherr schon motiviert, da sträubt sich der Architekt noch. Manche wissen nicht, was sie darunter verstehen sollen und viele sehen gar ihre Architektur in den Hintergrund gedrängt. Dabei muss es ja nicht immer der wild wuchernde Dschungel sein, Innenraumbegrünung wird bei uns vielmehr als Bestandteil der Architektur, des gestalterischen Konzepts aufgefasst, als Teil des Ganzen. Auch viele Landschaftsarchitekten trauen sich nicht an das Thema heran, kommen sie doch häufig ohne eigenes Zutun zum Thema, wie die Jungfrau zum Kind: dadurch, dass die Planung der Außenanlagen eine Planung für den Innenraum mit beinhalten soll. Nicht immer gehen diese Planungen gut aus. Das Vorgehen in der Planung für den Innenraum unterscheidet sich doch sehr von dem für den Außenraum. Hat man es außen mit einem, nämlich dem uns vertrauten Klima zu tun, kann man im Innenraum Klimaverhältnisse vorfinden, die beispielsweise an Südafrika oder Australien erinnern. Dementsprechend ist die Auswahl an Pflanzen eine gänzlich andere. Während außen Licht und Wasser, um nur zwei Faktoren zu nennen, meist in ausreichendem Maße vorhanden sind, erfordert dies im Innenraum unter Umständen eine aufwendige Technik. Daher gehören auch Landschaftsarchitekten zu unseren Auftraggebern, solche, die sich der Wichtigkeit einer fachlich fundierten Planung bewusst sind, selbst aber keine oder nur wenig Erfahrung haben. |
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